Wildkrankheiten

Innenparasit (Endo-)

Larven der Hautdassel


Die Hautdasseln stellen neben den Rachendasseln eine weiteren Vertreter der Dasselfliegen. Von den beiden Gruppen der Hautdasseln ist eine auf Nagetiere, die andere auf Huftiere spezialisiert. Die Larven der Haut-dasseln leben ebenso parasitisch und befallen Huftiere.

Die Hautdassel ist mit 11 Millimetern mittelgross und meist pelzig behaart, dabei einer Fliege ähnelnd. Ihre Flugzeit dauert von Mai bis August eines Jahres.

Die Weibchen kleben den Sommer über ihre Eier an die Haare des Wildes. Die daraus schlüpfenden Erstlarven bohren sich in die Haut ein und wandern im Unterhautbindegewebe in die Rücken- und Lendenregion. Dort durchlaufen sie zwei weitere Häutungen bzw. Larvenstadien.

Bild: jaeger-hohenlohe.de
Bild: jaeger-hohenlohe.de

Ab Dezember sind die Larven unter der Rückenhaut und bilden die "Dasselbeulen". Am erlegten und abgezogenen Stück sind unter der Oberhaut deutlich die entzündeten, teilweise eitrigen Beulen zu sehen. Bei starkem Befall sind die Decken auf Grund der zur Atmung genutzten Bohrgänge auf der Fleischseite und den Bohrlöchern meist nicht mehr nutzbar.

Im März und April verlassen die etwa 2.5 cm langen Larven den Wirt durch ihr Bohrloch und verpuppen sich in der Moos- und Laubschicht. Dort schlüpfen im Mai und Anfangs Juni die bereits geschlechtsreifen Dasselfliegen aus der Puppe.

Besonders bei starkem Befall kann ein enormer Juckreiz entstehen, die Tiere kratzen und scheuern sich, wodurch es zu Hautabschürfungen, Haar-losigkeit und Borkenbildung in der Decke kommen kann.

Ein Störung des Allgemeinbefindens tritt zusammen mit vorsichtigem Ziehen, Absonderung, vermin-dertes Fluchtvermögen, verspäteter Haarwechsel, Mattigkeit und Abmagerung ein.

Andere Krankheiten können dadurch begünstigt werden. Jungtiere erleiden Entwicklungsstörungen.


Todesfälle durch Hautdassellarven allein sind selten. Meist ist eine hinzukommende weitere Erkrankung kumulierend dafür verantwortlich. Häufig sind befallene Tiere zunächst unauffällig. Erst beim Aus-der-Decke-schlagen wird der Befall deutlich und erkennbar.

Grundsätzlich wäre das Wildbret wegen einiger Larven bedenkenlos genusstauglich. Sind jedoch weitere bedenkliche Merkmale wie grossflächige Entzündungen, starke Abmagerung oder Sekundärinfektionen mit Bakterien oder bei starkem Befall grossflächig blutig-sulzig durchzogene Rückenpartien (wie auf dem ersten obigen Bild) gegeben, so ist die Genusstauglichkeit in Frage zu stellen und allenfalls durch einen Tierarzt zu prüfen.