Wildkrankheiten

Bakterielle Erkrankungen beim Wild

Nagerpest (Tularämie)


Die Tularämie (Hasenpest) ist eine in der Schweiz seltene, dafür jedoch hochansteckende Erkrankung durch das Bakterium "Francisella tularensis" und meldepflichtig! Der Erreger kann vor allem über Säugetiere auf den Menschen gelangen und ist somit wie die Nagerseuche eine sehr gefährliche Zoonose.

Da die Beschwerden jenen der Pest ähneln, wird die Erkrankung gerne als "Hasenpest" bezeichnet. Aber auch Bezeichnungen wie Lemmingfieber, Parinaud-Krankheit oder Hirschfliegenfieber sind geläufig.

Der Erreger wird vor allem durch Parasiten wie Flöhe, Läuse, Wanzen oder Zecken auf kleine, wild lebende Säugetiere wie Hasen, Mäusen und Ratten übertragen. Jedoch werden auch Haustiere (Hund und Katze)  sowie Nutztiere (Rinder, Schweine und Schafe) mit der Hasenpest infiziert.

Menschen können sich mit der Tularämie anstecken, indem sie:

  • infizierte und ungenügend erhitzte Nahrungsmittel essen oder verseuchtes Wasser trinken,
  • Erregerbelasteten Staub oder Tröpfchen einatmen,
  • direkten Kontakt mit befallenen Tieren haben (Blut oder Ausscheidungen),
  • von Parasiten gestochen werden oder
  • einen Biss oder Kratzer durch ein befallenes Tier zugefügt erhalten.

Betroffene Tiere fallen durch Schwäche, Apathie (Ausbleiben von Fluchtverhalten), Fieber und gesteigerte Atemfrequenz auf. Lymphknoten und Milz sind vergrössert. Grundsätzlich tritt innerhalb von vier bis dreizehn Tagen der Tod ein. Haushunde und Hauskatzen scheinen dem Erreger gegenüber weitgehend resistent zu sein.

Die Erkrankung bei Menschen verläuft schwer und häufig lebensbedrohlich. Die Mortalität ohne Behandlung beträgt etwa 33%. Man unterscheidet bei Menschen je nach Eintrittspforten des Erregers zwischen "Äussere Formen" und "Innere Formen" der Krankheitsmanifestation.

Die "Innere Form" der Tularämie entsteht entweder durch das Einatmen der Erreger oder durch Erreichung der inneren Organe auf dem Blutwege. Hierbei kommt es zu einer deutlich gefährlichen Erkrankung mit höherer Todesrate als bei der "Äusseren Form".

Eine eigentliche Prophylaxe mittels Impfstoff ist noch nicht möglich. Bei schneller Erkennung der Krankheit lassen sich mittels schneller Gabe von Antibiotika die Erreger erfolgreich bekämpfen.