Wildkrankheiten

Bakterielle Erkrankungen beim Wild

Nagerseuche (Pseudotuberkulose, Yersiniose)


Der für die Nagerseuche verantworliche Erreger "Yersinia pseudotuberculosis" kann neben ihren Hauptwirten - den Nagetieren (als Reservoirwirte), den Hasenartigen und den Wildvögeln - auch unsere Haustiere, das Reh, aber ebenfalls den Mensch befallen. Sie ist deshalb eine für Menschen gefährliche Zoonose!

Der Erreger ist ein enger Verwandter des Pesterreger "Yersinia pestis" und kommt latent, das heisst ohne eine Erkrankung auszulösen, bei den Nagern als Reservoir-Wirte vor. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch direkten Kontakt oder durch kontaminierte Nahrungsmittel.

Bei den erkrankten Wildtieren kann der Erreger ein der Tuberkulose ähnliches Krankheitsbild hervorrufen. Raubtiere erkranken durch den Verzehr infizierter Nagetiere, andere Wildtiere an durch Kot der kranken Tiere verschmutztes Futter. Zunächst versterben viele erkrankte Tiere an der akuten Form mittels Blutvergiftung. Wird diese akute Form überstanden, so folgt die chronische Erkrankung mit tuberkuloseähnlichen Herden in den inneren Organen, welche innert 8-14 Tagen mit Abmagerungen und Lähmungen ebenfalls zum Tode führt.