Wildkrankheiten

Viruserkrankungen beim Wild

Papillomatose / Lippengrind


Grundsätzlich gibt es verschiedene Typen bei der Papillomatose, die sich Wirtespezifisch unterscheiden können. Durch eintreten der Papillomaviren in kleinste Verletzungen der Haut (Fell) oder der Schleim-haut findet eine Infektion statt, dessen Inkubationszeit zwischen zwei und sechs Monaten betragen kann.

Nach der Infektion kommt es zu sichtbaren Veränderungen an Haut oder Schleimhäuten, den Papillomen. Diese kommen einer Warzenbildung beim Menschen gleich und können unterschiedliche Formen bilden.

Rechts können solche Papillome bei Reh und Rind betrachtet werden.

Es kann zu einer Spontanheilung kommen, falls die befallenen Stellen nicht von Bakterien besiedelt werden.

Ebenso aber zu einer bösartigen Entartung. Bei Nutztieren werden die Papillome weg geschnitten und die Stellen anschliessend desinfiziert.

Wildtiere, bei denen die Papillome im Äser, am Lecker und im Schlund wachsen, kommen auf Grund der erschwerten Äsungsaufnahme meist stark ab und sind somit zu erlösen.

Das Wildbret ist trotz der Papillomatose geniessbar.


Persönlich habe ich in der Schweiz noch nie von einer Erkrankung bei Wildtieren gehört. Hingegen aber selber schon bei Kühen gesehen. Es könnte demnach problemlos mal geschehen, dass wir die Papillomatose auch bei unseren Rehen auftreten sehen.

Lippengrind


Eine Art der Papillomatose ist der Lippengrind. Dieser versursacht im speziellen bei Ziegen und Schafen, oder bei Gams- und Steinwild an wenig behaarten Stellen, vor allem an Lippen, Mundwinkeln, Nase oder Euter kleine Bläschen und Pusteln. In schlimmen Fällen sind auch die Schleimhäute vom Mund, Speiseröhre und Vormägen betroffen.

Die befallenen Stellen können, falls sie nicht von Bakterien besiedelt werden, ohne Narben zu hinterlassen problemlos verheilen. Bakterien verkomplizieren jedoch den Verlauf. Kommt es bei generell abwehr-schwachen Tieren zu einem bösartigen Verlauf, so ist ein tödlicher Ausgang abzusehen.

Die Ansteckung erfolgt bei dieser Virenart mit drei bis vierzehn Tagen viel schneller und befällt meist in kürzester Zeit den gesamten Bestand. Auch für den Menschen bildet das Virus eine Gefahr (Zoonose). Die schmerzhaften Hautveränderungen können aber mittels örtlicher Desinfektion gut behandelt werden und verheilen innerhalb weniger Wochen.

Bei einem bösartigen Verlauf können massive Veränderungen der Zunge, insbesondere bei Nutztieren, auftreten. Dadurch wird eine Äsungs-aufnahme praktisch verunmöglicht.


Auf jeden Fall sind Wildtiere, die sichtlich abgekommen sind, von ihrem Leiden zu erlösen.