Naiver Jungfuchs, schlauer Dachs und Wildsau...

Nach der Bewachung des Maisfeldes vom letzten Donnerstag wollte ich eigentlich gleich wieder hin, aber es kam anders.

Dafür stattete ich dem Feld Dienstag Nacht dieser Woche einen Besuch ab und einer der Dachse kam tatsächlich... 

Ich war kaum dort und "scannte" die Umgebung, als ich den Dachs links vom Hang herab nach rechts in Richtung des Maisfeldes laufen sah. Zunächst hielt er genau auf mich zu, bremste aber etwa 80 Meter vor mir ab und schaute in meine Richtung.

Der schlaue Dachs spürte mich wohl und umging mich in weitem Bogen. Ich versuchte zwar ihn auf diesem Bogen weiter vorne abzupassen, aber auf einmal galoppierte er den Hang runter und war *schwupps* in der äussersten Ecke des Maisfeldes verschwunden.

Nun denn, ich also ebenfalls ganz nahe an das Maisfeld heran, als ich auf einmal ein kleines Gesichtchen mit grossen leuchtenden und kugelrunden Augen gewahrte... wieder ein Jungfuchs!

Dieser hier war aber besonders naiv... obwohl ich in seine Richtung lief, setzte er sich sogar erstmals hin. Als ich ihm doch zu Nahe kam, lief er nur einige Schritte in den Mais hinein, legte sich hin und beobachtete mich weiter... er war sogar so neugierig, dass er mir, sobald ich an ihm vorbei war, fast parallel im Mais drin nachlief.

So beobachtete er mich mehrere Minuten lang und war mir teilweise so nahe, dass ich ihn ohne weiteres hätte erlegen können. Doch bei diesem mich belustigenden Fuchs blieb der Finger gerade!

Nach der Erfahrung des letzten Ansitzes gab ich nach einiger Zeit den Ansitz auf und fuhr zu einigen Obstbäumen an einem Bauernhof. Etwa 200 Meter entfernt liess ich mein Auto stehen und pirschte mit der geschulterten Bockbüchsflinte die Bäume an.

Was zeigt denn da meine Wärmebildkamera?

Ein Wildschwein!

In dem Moment sehnte ich meinen Repetierer mit der besseren Lampe und dem stärkeren Zielfernrohr herbei... und wie sich zeigte zu Recht!

Ich hatte mich erfolgreich auf etwa 50 Meter heranpirschen können. Unter den Obstbäumen war das Wildschwein im Schatten alleine mit dem Zielfernrohr kaum sichtbar... ohne Wärmebildkamera hätte ich es wohl kaum ausmachen können.

In die ungefähre Richtung anlegend drehte ich das Grünlicht an und blickte durch das Zielfernrohr... da war nichts!

Alles nur grün... Was dar Wildschwein schon weg??

Das Licht wieder aus, die Wärmebildkamera hoch...

Da stand es doch!!

Sogar noch am selben Ort!?

Nochmals das Gewehr hoch, Licht an und durchgeschaut...

Nix, aber wirklich gar nix sichtbar!

Das Wildschwein steht aber immer noch dort... nur ohne Licht war praktisch keine Silhouette erkennbar.

Was nun?

Zurück das andere Gewehr holen? Weiter vor?

Da nahm mir die Wildsau die Entscheidung ab, welches sich immer wieder kurz äsend von mir weg davon trollte. Ok, das war's dann für heute, denn ich hatte keine Lust mich mit der Bockbüchsflinte auf eine Verfolgung einzulassen. Die Pirsch war eh aufregend und anstrengend gewesen!

Also ab nach Hause und von dem schönen Anblick träumen... War echt cool!

Waidmannsgruss, der Waldläufer

  

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