Markierung der Erlegung von kranken Wildstücken während einer Bewegungsjagd

Liebe Leser,

im folgenden handelt es sich eher um einen Hinweis, als um einen eigentlichen Tipp. 

Dennoch macht es Sinn, den Text hier als Tipp für die Schützen vor allem bei grossen Drück- und Bewegungsjagden zu veröffentlichen.

Geschrieben hat den Text der Führer der Schweisshündin Frieda:


Viele Nachsuchen gibt es im Herbst und Winter auf den Gesellschaftsjagden.

Nicht unbedingt, weil Jäger wild durcheinander schießen oder nicht sauber geschossen würde, sondern vielmehr weil an einem Tag einfach sehr viel Wild be- und geschossen wird. Da ergeben sich schon alleine aus statistischer Sicht mehr Nachsuchen als ansonsten üblich.

Da an solchen Tagen auch viele Jäger im Wald sind, kommt es häufig vor, dass ein krankes Stück im weiteren Verlauf der Jagd, bei einem anderen Schützen zur Strecke kommt. Oft lösen sich diese Suchen dann bereits im Vorfeld, wenn bei der Jagd eine saubere Nachsuchenorganisation stattfindet. Meist werden diese Suchen aber trotzdem gemacht, um auszuschließen, dass es sich um 2 kranke Stücke handelt. Denn nicht selten werden größere Bewegungsjagden Revierübergreifend durchgeführt, um möglichst effektiv zu jagen und an diesem Tag einen großen Anteil des Abschussplanes zu erfüllen. Dann gibt es meistens keine zentrale Suchenorganisation und man läuft auf der Wundfährte ins Nachbarrevier.

Kommt man dann auf dieser Fährte an einem Aufbruch an, so ist es im ersten Moment gut, da das Stück offensichtlich zur Strecke gekommen ist. Allerdings kann es auf einer grossen Bewegungsjagd oder bei grösseren Tierverbänden, wie den Schwarzwildrotten, eben auch immer sein, dass es sich hierbei um ein ganz anderes Stück handelt. Das kranke Stück ist dann unbemerkt durchgeschlüpft oder der Jäger hat ein anderes Stück aus der Rotte geschossen und nicht bemerkt hat, dass ein krankes Stück in der Rotte war.

Hierzu eine Kurzgeschichte:

Auf einer Drückjagd wurde ein Überläufer beschossen. Dieser klagte, ging kurz runter, lief dann allerdings für einen Nach-schuss nicht mehr einsehbar weiter.

So arbeiteten wir diese Fährte. Anfangs kein Schweiß, nur nach ca. 150 m eine Darmschlinge. Im Fährtenverlauf anfangs wenig Bestätigung, diese wurden erst nach ca. 1,5 km mehr, sodass sich immer mal wieder Schweiß fand.

Bis dahin fanden sich lediglich drei Mal Darmschlingen in der Fährte.

Nach etwas über 2 km kamen wir auf eine Dickung zu, der Schweiß wurde plötzlich stark mehr und Frieda bögelte. Wir suchten und fanden insgesamt 3 Aufbrüche!

Da wir im Nachbarrevier waren, war nicht herauszufinden, ob die Sau krank war. Der Sitz war nicht mit einer Nummer versehen, sodass wir irgendwo im Nirgendwo waren...

vorbildlich markierter Aufbruch eines erlegten, kranken Überläufers


Der erste Aufbruch war es definitiv nicht, da das Gescheide komplett war. Die anderen beiden waren von den Kolkraben schon so zerfressen, dass wir nichts mehr erkennen konnten. So blieb uns nichts anderes übrig, als den Stand zu umschlagen und Frieda vorsuchen zu lassen.

Ich griff nochmals zurück, dann wieder vor, aber Frieda hatte an keiner Fährte mehr Interesse. So war die Nachsuche zwar eigentlich geklärt, aber die Gegenbestätigung des Schützen wäre ein Traum. Zudem kostet diese Arbeit an den eh sehr kurzen Tagen viel Zeit.

Deshalb die Bitte von uns Nachsuche-Hundeführern an alle Jäger:

Kommt euch auf einer zukünftigen Bewegungsjagden ein krankes Stück und ihr könnt dieses strecken, so steckt doch einfach einen Stock in den Aufbruch und bindet Markierungsband oder ein Taschentuch darum!!! (siehe obenstehendes Bild dazu!) 

Sollte zentral aufgebrochen werden, so steckt den Stock einfach an die Stelle in den Boden, an der das Stück zur Strecke gekommen ist.

Die Schweißhundeführer werden diese Markierung erkennen und es euch herzlich verdanken!

Waidmannsgruss, ein Waldläufer

  


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