Weimaraner ohne Jagd?

So. Ich muss mir und meiner Meinung mal gerade ordentlich Luft machen.

 

In einer Weimaranergruppe wird gerade zum x-ten Mal diskutiert, ob man Weimaraner (hier könnte man jeden x-beliebigen Jagdhund einsetzen) nicht auch als Reitbegleit- und Familienhund halten könnte. Ausschliesslich ohne Jagd.

NEIN, kann man nicht!

Jedenfalls nicht meiner Meinung nach...

Ich komm mal mit meinem Beispiel...

Wir führen DD, WK und Beagle, im Sommer bilden wir praktisch nur aus, Dummies bis zum Abwinken, Wasserarbeit, CC, und so weiter und so fort...

Unsere Hunde sind dabei sicher nicht unglücklich, sie machen das sehr gern. ABER!

Dann kommt der Herbst und die Jagd beginnt. Bei der ersten springt mein Beagle 2m hoch und sprintet gleichzeitig in 3 Richtungen los, die DD apportiert die erste Ente und dreht völlig auf, sieht die erste Sau und bäääööm!!!!

100% Party, Glück, Yes!!!

Der WK geht durchs erste Dick und strahlt vor Glück...

Es gibt auch Menschen, die ein Leben lang mit Dildo vögeln und damit glücklich sind. Es befriedigt den Trieb. Klar! Örgi und juhu.

Aber wer einmal richtig guten Sex hatte, der giert danach, der möchte mehr. Nicht immer, nach einem harten Tag ist auch kuscheln ok.

Die wenigsten Jagdhunde haben täglich ernsthafte jagdliche Arbeit und trotzdem werden sie für den Moment ausgebildet, wo sie ihrem innersten Drang nachgehen dürfen.

Wer sich so einen Hund kauft und nicht jagdlich führt, der bietet ihm den Dildo, verwehrt ihm sein Leben lang das, was den Trieb bis in die hinterste Ecke seines Wesens befriedigt und ihn erschöpft, ein bisschen kaputt aufs Kissen fallen lässt und ihn mit vollem Herz zurücklässt.

Selbst mein Beagle, der als Jagdhund „light“ angeschafft wurde, liebt die Jagd...

Ja, jetzt kommen die Kritiker wieder... "Aber der Labrador, der hat ja keine Arbeit mehr, da kann man ihn auch gleich als Familienhund nehmen."

NEIN! Auch die nicht so superscharfen Jagdhunde sind absolute Spezialisten!

Es ist nur einfacher einen Labbi mit Jagdersatztraining glücklicher zu machen, weil das, was er am Ende bringt, eh schon tot ist. Jedenfalls meistens.

Einen Vorstehhund, der ein mannscharfer und wildscharfer Einzelpersonenhund ist, als Reitbegleithund anzupreisen, ist ungefähr so intelligent, also würde man sagen, dass es gar kein Problem ist, eine gesicherte, aber geladene Waffe in einen Kindergarten mitzubringen.

Da kann ja nichts passieren, die ist ja gesichert!

Man kann den Jagdtrieb nicht in fünf Minuten mit genug Hundeschule (ich kotze!) bekämpfen...

oder kann man Männern beim Pornogucken auch abgewöhnen, dass sie eine Latte kriegen?

Alica Junker


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