VGP bestanden!

„VGP bestanden!“

Zwei Worte. Ein Satzzeichen. Ein Text?

Nein...

Meine Traumerfüllung!

Diese beiden simplen „Worte“ verkörpern das, wofür ich die letzten beiden Jahre mit meiner Drahthaarhündin gearbeitet habe.

Immer wieder Rückschläge, immer wieder Schwierigkeiten...

Doch möchte man es überhaupt anders haben?


In der letzten Woche hab ich maximal drei Stunden pro Nacht geschlafen, mit Selbstvertrauen in eine Prüfung gehen, sieht definitiv anders aus.

Freya ist eine Wundertüte, obwohl sie in letzter Zeit im Jagd- und Übungsbetrieb so unfassbar viel Spass gemacht hat. Kriegen wir das gebacken?

So fuhren wir, ich mit flauem Gefühl im Magen, los. Horrorfahrt. Dann 4.5 Stunden Schlaf,  schliesslich mit Kaffee als bestem Freund gings zum Fuchshindernis. Kurz vor dem Hindernis war ich kurz davor den Fuchs einfach reinzuwerfen, weil ich unsicher war, ob meine zitternden Beine es tatsächlich schaffen das Hindernis zu übersteigen. Hund geschickt, wie immer muss Madame von hinten einsteigen, Fuchs genommen, apportiert. Die Fuchsschleppe, die ich vorher nie geübt hatte, war ein Traum. Innert gefühlten Sekunden war Frau Eule wieder da.


Von Fach zu Fach wurde ich sicherer und es fing an richtig Spass zu machen.

Dieses Band, was da zwischen Hund und Führer sein soll... es war herrlich dick, flauschig.

Gut vorbereitet waren wir...

Und dann kam die Schweissfährte, wo ich völlig meine Nerven verloren habe!

Ich habe Schweiss immer schön für mich allein geübt und nicht im Traum daran gedacht mal jemand anderen laufen zu lassen.... Ganz grosser Fehler.

Ich war so unsicher, dass ich meinen Hund auf einmal nicht mehr lesen konnte.

Verzweifelt.

Habe sie zusammengefaltet, wo es unnötig gewesen wäre und habe mich völlig verrannt.

Auf den letzten hundert Metern kassierte ich zwei Abrufe. Am Stück bekamen wir den Bruch, der nur meinem Hund gebührte. Wie schlecht wir Menschen doch ausgestattet sind, wenn es um unsere Sinne geht.

Es tut mir leid, Mate, du warst toll!

Dafür war ihre Stöberarbeit ein Gedicht. Meine Güte, ich hab die höchsten Bäume überragt. Schicken, der Hund löst sich wunderbar, warten...

...knack knack knack, da ist sie wieder...

„Such voran, Eule!“ schon gings weiter.
Auch am Wasser enttäuschte sie mich nicht. Ohne zu zögern hinein und eine tolle Leistung gezeigt. Danach gings verdient in die Pause. Die Feldarbeit am nächsten Tag würde alle Kräfte kosten. Sturmwarnung!

Nach einer kurzen Nacht - ich danke dem Kaffeegott - ging es los, ab aufs Feld.

Erwartungen?

Keine.

Nur hoffend, dass sie die beiden letzten K.O.-Fächer meistern würde. Am Vortag war eine Mistreiterin bereits ausgeschieden und wir somit nur noch zu zweit.

Aber Näschen hat mein Schatzi; die zuvor vom anderen Hund hochgemachten Rehe arbeitete sie schön aus (sagt man das so?)...

Aber kein Fasan zum Vorstehen. Also weiter. Am nächsten Knick versprach der Revierführer eine Fasanenschütte, ich war skeptisch. „Ein nasser, stürmischer Tag. Genau richtig, um mich von Hunden vorstehen zu lassen!“ said no Fasan ever.
Und auf einmal stand meine sonst so uninteressierte Hündin da, wie gemeisselt.

Und stand. Und stand. Und stand.

Unfassbar!

Ich krieg Herzklopfen beim Schreiben!

Danach war sie auf 180, gierig wie der Teufel. Fast nicht mehr einzubremsen, weshalb ich dankend verzichtete, als mir angeboten wurde den Gehorsam am Haarnutzwild zu demonstrieren: „da könnten auch Sauen sein...“... Nicht ohne meine Weste.

Das kostet Punkte, aber Scheiss drauf.

So wie Madame drauf war, hätte die doch flott ne Schlägerei angefangen!

Aber die Prüfung war noch lang nicht bestanden. Federwildschleppe. Eigentlich kein Problem.

Aber mit so einem hochgefahrenen Hund, auf das Sauenschilf zu? Pouh.

„Apport!!!!!!“ Da zeigt sich, dass mein Mädchen viel gelernt hat.

Souverän und treu bringt sie mir die verlorene Ente. „Aus!“...

Dann noch freie Verlorensuche in hohem Feld. Rrrrrrrrr..... Gespannt, wie eine Feder. Eigentlich kann sie das, aber erstmal musste Madame Vollgas in die falsche Richtung abdampfen. Unfreundlich zurückbeordert, los jetzt! Da, sie ist dran.

Nimm auf. Nimm auf....

Quälend langsam kommt sie zurück. „Aus!“... Gut genug?

Ich laufe zurück zu meinem Mitprüfling und dem besten Mann der Welt.

„Waidmannsheil!“

„Meint ihr echt, dass das gereicht hat?“

„Klar!!!!!“

Die Richter nicken zufrieden, ziehen sich zur Beratung zurück.

Und ich?

Schluchze in das Fell meiner verdatterten Hündin.

 

VGP bestanden!!!

 


Könnte Frau glücklicher sein?

Eure Alica



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