Wo ist der Beagle?

Da wir drückjagdtechnisch am hintersten Eck der Welt wohnen, dort wo morgens um halb neun Sauen in unsrem Garten brechen, wir Füchse aus dem Bett beobachten können und tatsächlich die Welt noch heile ist, von dort fahren wir morgens mit Sack und Pack los.

Zwei absolute Morgenmuffel und eigentlich Langschläfer, einen friedlichen Drückjagdmorgen mit Kaffee und Brötchen gibts jedenfalls bei uns nicht.


Bis meine bessere Hälfte und der Langschläferbeagle dem Bett entsteigen, bin ich schon mindestens zur Hälfte angezogen. Und dann gehts los. Oft kombinieren wir die Jagden noch mit Jagd in unsrem Revier, also brauchen wir das komplette Equipment, inklusive Schlafsack... Wir nehmen uns immer vor am Tag vorher alles zu packen, das klappt jedoch nie!

Schliesslich haben wir beide noch Vollzeitjobs „nebenher“, irgendwas ist immer...

„Komm, das reicht doch morgen früh!“.

Es ist nicht so, dass es chaotisch wäre, eigentlich sitzt jeder Handgriff, die Diskussionen sind aber immer die Gleichen:

Wieso nimmst du so viel mit?

Kannst du jetzt mal aufstehen?

Und... Wo ist der Beagle?

Lotti, die heimliche Chefin unserer Bande geht nämlich ausgesprochen gern ihre eigenen Wege und macht ihre eigenen Regeln. 

Sie ist eine Bracke, die darf das natürlich!

Früh aufstehen hasst sie...,

im Auto weiterschlafen hasst sie...,

aus dem Bett geworfen werden hasst sie...,

da ist sie ganz eigen.

Also versucht sie alles, um daheim weiterzuschlafen.

An diesem Morgen, wo es auf zur Jagd in ein kleines Nest irgendwo in Baden Württemberg geht, lag sie erst am Fussende, um dann in die Besuchsritze zu Herrchen zu kriechen, wo er sie vergass.

Beaglebingo!

Warm und gut getarnt.

Während die Zweibeiner und die Vorstehdeppen schon durch die Wohnung wirbelten, Paul-Grete unser Staubsaugerroboter (unverzichtbar!) den Dienst aufnahm, gönnte sich Frau Beagle ihren wohl verdienten Schönheitsschlaf.

Im allerletzten Moment kroch sie mit theatralischem Gähnen, lang gestreckter Zunge und Beagleyogaposition „die erwachende Morgensonne“ aus dem Bett, danach durfte Herrchen sie durchknuddeln und dann liess sich her beagled Majesty dazu herab, dem Fussvolk zum Auto zu folgen, ärgerte sich kurz über die kalte Dusche draussen und nahm ihren Platz ein.

Endlich Abfahrt!

Allen, die heute auch unterwegs sind:

Macht eure Finger schmutzig, eure Herzen glücklich, passt auf eure Hunde auf, passt auf euch selber auf und habt viel Anblick und viel Waidmannsheil!

Eure Alica


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