Pirschgang Seltisberg  -  Super, Genial, Megageil!!!

Wow!! War das toll...

ein super Erlebnis und eine unbeschreibliche Erfahrung!!


Ja spinnt der? Wie kann man nur von einem Schiesstraining so begeistert sein?

Nun, da wir Jäger nicht gerade mit haufenweise Gelegenheiten für solch ein gutes Training gesegnet sind, wird mich manch Jäger gut verstehen können...

Im Bericht vom 25. April 2016 hatte ich den Flyer für den Pirschgang beigefügt. Leider hatte ich diesen aber nicht zum Hauptthema gemacht, sondern nur nebenbei darauf hingewiesen. Ich hätte vielmehr eine grosse Sache daraus machen sollen, verdient hätte es dieser Anlass auf jeden Fall gehabt...    

Sorry an dieser Stelle dafür!

Nun, ich habe mir den Tag fett im Kalender eingetragen und wollte unbedingt an diesen Pirschgang. Viele kennen ja die berühmten Pirschgänge in Rouchgrat und Susten, aber diese bedeuten halt einen sehr langen Anfahrtsweg und die Daten passten mir in der Vergangenheit einfach nie! 

Zudem dauert in Susten der Pirschgang alleine auf Grund der weiten Distanzen scheinbar enorme dreieinhalb Stunden.

Umso erfreuter war ich von diesem Schiessanlass zu hören, der von der Schiesskommission Baselland mit ihrer Obfrau Sabine Hänni organisiert worden war.


Eine sehr aufgestellte Truppe nahm jene Jäger freundlich in Empfang, die an diesem heissen Freitag ihre Schiessfertigkeiten prüfen und festigen wollten.

Zunächst wurde mir bei meiner Ankunft mit dem Wagen am Waffenplatz Seltisberg freundlich ein Parkplatz zugewiesen und mir wurden bereits erste Instruktionen mit auf den Weg gegeben. So wusste ich, dass ich als erstes beide Gewehre, hier meine Bockbüchsflinte und mein Repetierer, zur Waffenkontrolle zu bringen hatte.

Während dort meine Gewehre auf ihre Ordnungsmässigkeit hin geprüft wurden, konnte ich gleich nebenan mein Standblatt gegen eine anständige Gebühr für auswärtige Jäger von CHF 30.-- beziehen. Mitglieder der Jagd Baselland hatten nur die Hälfte zu entrichten. Ein sehr günstiger Beitrag also für ein nicht alltägliches Schiesstraining!

Zu den folgenden Bildern muss ich vorneweg nehmen, dass einige stark bearbeitet und geschnitten werden mussten, da ich die Auflage erhielt, nichts vom eigentlichen Waffenplatz zeigen zu dürfen. Die einzelnen Stände darf ich hingegen abbilden.

An der Ausgabe wurde mir der Weg zum ersten Posten, dem Rollhasen, erklärt. Der Einfachheit halber konnte  man dort zuerst mit der Flinte den Schiessteil mit Schrott erledigen, das Gewehr wieder im Auto verräumen und den restlichen Parcours alleine mit der Büchse bewältigen. 

Das war echt super geplant, denn mit beiden Gewehren unterwegs zu sein, wäre echt mühsam und umständlich gewesen!

Stand Rollhase (Rollscheibe)


Obwohl ich hier zum ersten Mal auf den Rollhasen, oder besser die Rollscheiben schoss, gelangen mir auf Anhieb fünf Treffer auf sechs Schüsse. Toll!

Es ist unfassbar, wie schnell die Scheiben hervorschiessen. Sie sind gleich aus der Sicht, müssen von hinten ein- und schliesslich überholt werden um dann mit genügend Vorhaltemass einen Treffer erzielen zu können. Mit den fünf Treffern war ich mehr als zufrieden...

Ein kleines Stückchen weiter kam dann zuerst der Stand für den Fuchs und gleich daneben die Stände für  Wildsau und den Dachs.

Praxisgerecht und wie im Flyer angekündigt, galt bei Fuchs, Dachs, Reh, Gams und Hirsch jeweils der erste Schuss.

Aus Kulanz durfte jedoch bei einem Fehlschuss noch zu einem zweiten Schuss angelegt werden.

So war ich beim Fuchs froh um den zweiten Schuss, da ich den ersten auf Grund der wackligen Auflage auf dem nicht gerade bombenfesten dreibeinigen Drückjagdbock am Rücken des sitzenden Fuchses vorbei daneben setzte!


Bei der Wildsau durfte entweder frei stehend oder stehend von einem Dreibein aus geschossen werden.

Doch zunächst musste ich hier einige wenige Minuten warten, bis der Zielteller gewechselt worden war. Der erste war nach etwa 50 Schützen völlig zerschossen... wie man auf dem Bild rechts gut sieht!

Als das Feuer wieder frei gegeben wurde, wählte ich wie wohl viele andere den Schuss vom Dreibein aus, 


denn ruhiges Zielen auf etwa 60 Metern ohne Bewegung der Sau... das ist unendlich viel schwerer als der laufende Keiler! Gemäss Plan mussten hier drei Schuss abgegeben werden. Ein Fehlschuss konnte mit einem erlaubten vierten Schuss korrigiert werden.

Zu erwähnen sei hier noch ausdrücklich, dass es auf jeden Stand, beim Rollhasen ausgenommen, jeweils zwei parallele Schiessmöglichkeiten gab... ein effizienter und schneller Ablauf wäre demnach gewährleistet gewesen. Da sich der Andrang im ersten Jahr des Anlasses mit etwa 73 Schützen (Zählung bis kurz vor 19.00 Uhr) im bescheidenen Rahmen hielt, wurden beide Schussmöglichkeiten gleichzeitig kaum genutzt.

Der sitzend aufgelegte Schuss auf den Dachs stellte kein eigentliches Problem dar. Ich meinte aber zunächst vorbei geschossen zu haben, da der Dachs extrem schnell wieder in die Ausgangsposition zurück sprang. Die Aufsicht meldete jedoch umgehend den mich beruhigenden Treffer.

Weiter ging es zum keinen fünf Minuten entfernten Stand mit Gams auf 150 Metern und Reh auf 100 Metern.

Auf dem Bild mit den Gämsen oben links erkennt man unten rechts eine der beiden Rehscheiben.

Auf die Gams wurde liegend und auf das Reh sitzend sowie am Pfahl angestrichen geschossen.


Das liegende Schiessen mit meinem Bipod war äusserst angenehm und einfach, hingegen das tiefe Sitzen mit dem Anstreichen am Pfahl ist so gar nicht meine Sache (und meiner Meinung nach nicht praxisgerecht). Trotzdem gelang mir jeweils mit dem ersten Schuss der Treffer! Super!

Auf einen zweiten Schuss, der mir wegen des geringen Andranges erlaubt worden wäre, verzichtete ich bei beiden, da ich leider nicht genug Munition dabei hatte. Ich hatte nämlich pro Stand fix nur mit den im Flyer angegebenen einen Schuss gerechnet. Schade...

Natürlich trotzdem ein sehr tolles Training, denn in der Praxis zählt ja auch der erste und hoffentlich einzige Schuss!!

Zum Hirsch als letzten Stand ging es schliesslich mit doch knapp fünf Minuten etwas den Hügel hinauf.

Dort galt es auf für mich unglaubliche 210 Meter die winzig klein erscheinende Zielscheibe für den Blattschuss zu treffen!

Dass ich bei meinem ersten Schuss auf diese Distanz gleich den Treffer erzielte, verdanke ich nur dem liegenden Schiessen mit dem Bipod... wundervoll wie ruhig auf diese Weise auf das Ziel geschossen werden kann.


Unglücklich gewählt war nun einzig der Rückweg an der Festwirtschaft vorbei zurück zum Parkplatz. Dies war mir nämlich beim Start nicht bewusst gewesen, weshalb mein Portemonnaie im Auto verblieben war. Meinen Durst vermochte ich so nicht zu löschen und der Vereinskasse wurde mein Obolus versagt. Denn nach der Rückkehr zum Auto und der Abgabe des Standblattes hatte ich keine Lust mehr in der Hitze die fünf Minuten wieder hoch zu laufen und entschied ich mich für die umgehende Heimkehr.

Am nächsten Pirschgang müsste die Festwirtschaft unbedingt an einen günstiger gelegenen Ort platziert werden! Dann würden sicherlich einige Jäger noch Sitzfleisch beweisen, die Schiessresultate vergleichen und der Kasse der Jagd Baselland etwas Gutes tun...

Nichtsdestotrotz, es war ein sehr gut organisierter gelungener Schiessanlass mit nicht alltäglichem Training, der mir persönlich sehr viel Spass bereitet hat. Das Vertrauen in meine Schiessfertigkeiten und in meine Gewehre hat sich durch dieses Training sehr gefestigt und gibt mir ein gutes, sicheres Gefühl für zukünftig kommende Jagdsituationen.

Ein herzliches Dankeschön von mir an dieser Stelle an Jagd Baselland für die Organisation dieses Pirschgangs!!

Ich freue mich, dass es mindestens noch in den folgenden zwei Jahren einen solchen Pirschgang geben soll und hoffe, dass in den nächsten beiden Jahren noch viele weitere Jäger in diesen Genuss kommen dürfen. 

Zum Schluss noch mein Standblatt...
Zum Schluss noch mein Standblatt...
Waidmannsgruss, der Waldläufer

  

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