Herbstjagd, die Vierte und abendlicher Sauenanblick...

Etwas spät ist es geworden nach der gestrigen wunderbaren Drückjagd im Thurgau, aber das wars definitiv wert...

Schön ist es, gleich an zwei Tagen hintereinander auf die Jagd gehen zu dürfen! Ein bestimmter Revierteil stand heute am 18. November bei uns auf dem Programm und wir waren gespannt, wie es dort mit den Rehen aussieht, denn wir hatten jetzt zwei Luchs-Risse hintereinander im Revier!!


Nebelbänke zogen am morgen durch das Revier und liessen die Landschaft in einer milchigen Suppe verschwinden.

Gleich zu Beginn des ersten Treibens hiess es:

"Reh nach vorn!"

Ein wundervolles Tier sprang ziemlich weit oberhalb  meines Standes in den Wald... fast schwarz wollte mir die Decke erscheinen! Für einmal war ich froh, dass alles still blieb!

Das Reh blieb mein einziger Anblick in diesem Treiben, ob-wohl die Hunde gut jagten und am Ende zwei Rehe auf der Strecke lagen (jedoch nicht das Dunkle!).


Im zweiten Treiben ging es ebenfalls nicht lange, bis die Jagdhündin Kira stach und aufgeregt bellend in meine Richtung kam. Das Gewehr bereits im Anschlag, sah ich ein Rehgeiss auf mich zukommen, in Schussdistanz verhoffen und nach hinten sichernd. Ich wollte schon die Schrote fliegen lassen, als auf einmal ein weiteres Reh von hinten heran kam... das Kitz.

Da hatte mich die Geiss auch schon bemerkt und ging flüchtig nach rechts zum offenen Feld ab... ich dachte, das Kitz würde gleich hinter ihr her... aber nein, es blieb hinter zwei Bäumen stehen und sah nach links.

Nun denn, wenn es der Geiss im gleichen Tempo gefolgt wäre, hätte ich es laufen lassen... aber so? Es machte zwei Schritte nach links, stand frei und so schoss ich... und wie froh war ich danach, dass ich das Kitz erlegen konnte!

Denn wie man auf den Bildern rechts sehen kann, war es krank und hatte wohl seit Tagen starken Durchfall! Gut, dass es von seinem Leiden vorzeitig erlöst werden konnte... es wäre ansonsten sicherlich in den nächsten Tagen elend eingegangen.

Nun hiess es, beim Aufbrechen des Stückes die Organe genau zu untersuchen!


Leider habe ich es verpasst, hiervon Bilder zu machen, denn ich wurde bei der Untersuchung von mehreren Jägern umringt, die sich die Organe ebenfalls anschauen wollten. Jedenfalls sahen diese teilweise nicht gut aus... der Pansen übermässig aufgebläht, der Darm stellenweise zum Bersten voll, dann wieder völlig leer. Die Milz war sehr blass, verkümmert und zu schmal. Das Wildbret innen viel zu blass und hell, die Blase ungewöhnlich lang... um mal einiges zu nennen. Es wurde deshalb entschieden dieses Reh zu verwerfen und musste leider nach der Jagd im Konfiskat entsorgt werden.

War erst das zweite Mal für mich, das ein Reh wegen Krankheitsbefunden nicht verwertet werden konnte...

Nach der Aufregung um das kranke Kitzbock, wollte im letzten Treiben trotz diversem Anlauf nichts mehr fallen, so dass wir schlussendlich drei Rehe auf der Strecke liegen hatten.

Damit liegt die Gesamtstrecke in diesem Jahr einiges über jener im Vorjahr... eine bereits ungewöhnlich hohe Strecke im Vergleich zur Herbstjagd im Vorjahr!!

Kaum hatten wir uns nach dem Eindunkeln in die Jagdhütte verschoben, ging ich noch spontan mit dem Nino und den Karli auf eine kurze Runde in das Revier... sie wollten die Wärmebild-Kamera im Einsatz erleben und vielleicht einige Sauen angehen!


Mit den beiden hatte ich dann doch tatsächlich Anblick auf etwa 20 Sauen!!!

Blöd nur, wenn man diese gar nicht wirklich erwartet hat und direkt mit dem Auto an die besuchte Wiese fährt! Als ich ausstieg und die Wiese mit der Wärmebild-Kamera scannte, waren sie bereits auf dem Weg in den Wald... sofort wies ich unseren Feuer- und Suppenmeister, den Karli, an, mit dem Auto weiter und wegzufahren. Doch zu spät!

Sie hielten sich eine Weile am Waldrand auf, doch kamen sie nicht mehr heraus. Bereits nach etwa 15 Minuten zogen sie in das Nachbarrevier weiter.

Wenigstens konnten beide die Aufregung bei der Sichtung von Sauen und dem wagen Versuch sie mit dem Nino anzupirschen ein klein wenig nachvollziehen... auch konnten sie erleben, wie viel mit der Wärmebild-Kamera gesehen wird.

Zurück im Schüsseltreiben hatten wir den überraschten Kameraden jedenfalls etwas zu erzählen...

Waidmannsheil, ein Waldläufer


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