Wild Aufbrechen

Wild ringeln


Wie bereits erwähnt, muss beim Aufbrechen (Ausweiden) des erlegten Wildtieres, das gesamt Gescheide entfernt werden. Dazu gehört auch der Enddarm mit Waidloch des Wildtieres. Dieser Enddarm führt aber duch das Becken und wird vom Schloss geschützt.

In der nachfolgenden Abbildung eines Rehs ist die Schnittführung bei der Eröffnung des Schlosses ersichtlich. Mit dem Schnitt zwischen die beiden mit der Nummer 1 bezeichneten Linien wird das Schloss geöffnet:

Schnittführung beim Aufbrechen eines Stück Rehwildes
Schnittführung beim Aufbrechen eines Stück Rehwildes

Dadurch lässt sich im Anschluss problemlos der Enddarm zusammen mit der Blase entfernen.

Problematisch bei der Eröffnung des Schlosses ist die Entwertung von wertvollem Wildbret entweder durch eine schlechte Schnittführung und/oder durch Verunreinigung des Muskelfleisches sowie durch Austrocknung und Verfärbung des Wildbrets.

==> Das Ringeln bietet darum den Vorteil das Schloss nicht eröffnen zu müssen.

 

Nachfolgend eine Bildserie von www.jung-jäger.eu mit näheren Erläuterungen:

Um das Becken des Wildtiers in eine gute Arbeitsposition zu bringen, empfiehlt es sich, zumindest eines der Läufe unter dem Fuss festzuklemmen. Dabei steht man über dem Wildkörper mit dem Rücken zum Haupt.

Zunächst wird auf der Unterseite des Wedels vorsichtig, wie im Bild ersichtlich, der erste Schnitt einige Zentimeter tief gesetzt.

Danach kann der Darm mit dem Waidloch gut gegriffen werden.

Mit einem spitzen Messer kann das Waidloch nun vorsichtig immer tiefer umschnitten werden.

Dabei den Waiddarm unter Zug halten. Da der Darm von Beckenknochen umgeben ist, kann hier kein Wildbret beschädigt werden.


Schlussendlich ist der Enddarm etwa zehn Zentimeter tief freigelegt worden und kann später beim hängenden Aufbrechen problemlos zusammen mit der Blase herausgezogen werden. Man sollte aber nicht gleich zu Beginn zu tief und blindlings einstechen, um Darm und Blase nicht versehentlich zu verletzen.

Anbei noch eine Dokumentation zum Ringeln und liegend Aufbrechen eines Rehes von www.fex-geht-jagen.de:

Download
Ringeln und liegendes Aufbrechen eines Rehstückes
Ringeln und liegend Reh aufbrechen.pdf
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Und wieder die Lernvideos für Jungjäger von www.jageninderschweiz.ch als Beispiel. Nur wird für das Ringeln im ersten Video ein zu grosses und unhandliches Messer benutzt und im zweiten Video ist der Jäger zu unvorsichtig und verletzt den Darm...! Also aufgepasst!!

Grundsätzlich sollte jeder Jäger die Methode anwenden, die ihm besser liegt oder die ihm besser von der Hand geht. Jungjäger sollten sich auch hier nach der allgemein praktizierten Methode in ihrem Hegerevier richten! Später kann immer noch Neues ausprobiert werden.

Sollte etwas unklar sein, schlecht formuliert oder unzureichend dokumentiert, oder habt ihr sonst einen Input, so kontaktiert mich bitte unter info@schweizer-jagdblog.ch und weist mich gerne darauf hin!

 

Waidmannsdank, der Waldläufer